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Steckbrief Uehrde

Einwohnerzahl 2015:

knapp 80

Alter:

Gründung vermutl. weit vor dem 12. Jh.; erst spät urkundlich erwähnt: 1105 erstmals als Utherich (oder Utherite). Diese Bezeichnung leiten Experten von Auerochsen = Uren ab, eine andere Deutung geht in Richtung Euterort. Wie dem auch sei – die Erklärung führt zum Rindvieh.

Aus dem Besitz der Grafen von Katlenburg kam Uehrde durch Erbschaft an die Welfen, die ein Lehen in Uehrde an die Brüder Basilius und Bruning von Wollershausen gaben.

Übergeordnete Gemeinde:

Uehrde ist seit 1447 Stadtdorf von Osterode

Ortsvorsteher:

Martin Brünig

Ortsrat:

Aufgrund seiner geringen Einwohnerzahl ist Uehrde eine Ortschaft mit Ortsvorsteher und bildet daher keinen eigenen Ortsrat.

Anzahl Dorfmoderator*innen:

0

Geografische und landschaftliche Besonderheiten:

Kulturdenkmäler:

  • Im gesamten Dorf finden sich zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude. Dazu gehören ein Hirtenhaus, dessen Ursprünge ins frühe 17. Jahrhundert zurückreichen, eine 1741 erbaute Zehntscheune, ein Schulzenhaus, eine um 1800 errichtete Gutsscheune, das seit 1876 bewirtschaftete Gasthaus Sindram und das ehemalige Schulhaus aus dem 17. Jahrhundert. Das Museum ist in einem Fachwerkhaus untergebracht. Sehenswert ist auch das kleine, seit 1601 erwähnte Hirtenhaus.
  • Seit 1842 eine der ältesten Orgeln in Uehrdes Kirche (über Lehrer Wode).
  • Kaiser-Wilhelm-Eiche im Jahre 1897 auf Initiative von Lehrer Busse gepflanzt.
  • Viele Fachwerkbauten, die als Streckhöfe, aber auch als Wohnhäuser mit großen Scheuen und Ställen ausgeführt sind. Einige Bauerngärten sind noch erhalten.
  • Bekannt wurde Uehrde auch durch die Grabungen auf einem Acker in Richtung Schwiegershausen – vom Ort etwa zwei Kilometer entfernt. Vor 7000 Jahren siedelten dort bereits Menschen.
  • Bemerkenswert ist, dass drei Gebäude einst andernorts standen. Man zerlegte sie und stellte sie in Uehrde erneut auf, was die von Zimmerleuten an dem Gebälk angebrachten Zeichen ermöglichten. So stand das sog. Gutshaus bis 1913 als Pastorenwohnhaus in Wulften. Eine große Scheune, versehen mit einem Krüppelwalmdach, soll sich um 1850 noch in Herzberg befunden haben. Eine weitere wurde erst vor wenigen Jahren auf dem Gut errichtet. Sie stand bis dahin nahe Dransfeld.

Naturdenkmäler:

Naturschutzgebiet "Gipskarstlandschaft bei Ührde" (705 ha) mit Erdfällen, Dolinen, Bachschwinden, Höhlen und Karrenfeldern sowie einem außergewöhnlich bewegten Kleinrelief. Aufgrund der geologisch bedingten Standortvielfalt ist das Gebiet Lebensraum einer artenreichen und seltenen Tier- und Pflanzenwelt.

Geschichtliche Besonderheiten:

  • Es lebten hier die Herren von Uehrde, die dem niederen Adel angehörten und verwandt waren mit einigen Geschlechtern der Umgebung. Wie aus der Abschrift eines Dokumentes von 1311 zu ersehen ist, führten sie in ihrem Siegel eine Rose – das heutige Ortswappen erinnert daran.
  • Nach der Eingemeindung 1447 in die Stadt Osterode bildete die Stadt als Eigentümerin sieben Höfe, die an Meier verpachtet wurden [Meier = großbäuerliche Pächter]. Sie bearbeiteten jeweils um 120 Morgen in der Dreifelderwirtschaft und hielten Vieh. Sie leisteten Hand- und Spanndienste, mussten der Stadt Osterode in Feuer- und Wassernot mit Gespannen beim Aufräumen helfen und waren zinspflichtig. Bei den Zinsfrüchten handelte es sich um Hafer, Gerste, Weizen und Roggen, dazu kamen Linsen und Erbsen, die seit 1754 in der Zehntscheune gesammelt wurden. Zunächst düngte man mit Kompost, Mist und Asche.
  • Alljährlich fanden Ratssitzungen im Dorf statt und zwar in der mit bleiverglasten Scheiben versehenen Ratsstube im Obergeschoß des Schulzenhauses, das möglicherweise der Sitz der Herren von Uderde gewesen war. Natürlich gehörte auch eine Bewirtung dazu – die alle Beteiligten sehr zu schätzen wussten. Einige Protokolle blieben erhalten und daraus geht hervor, dass sich die Meier manchen Tadel wegen ihrer Vieh- und Feldwirtschaft gefallen lassen mussten.
  • Nachdem die Verwendung von Kunstdünger [Mineralien oder in Gruben abgebaute Produkte wie Chilesalpeter] üblich wurde, erzeugten die Landwirte mehr Futter, was zu umfangreicherer Viehhaltung und dem Bau größeren Scheunen führte. Der Überschuss wurde verkauft.
  • Bei einem Großbrand 1770 wurden große Teile des Dorfes zerstört.
  • Die ab 1886 begonnene Verkoppelung erleichterte die Bewirtschaftung, weil man Grundstücke zusammengelegt, begradigt, Gräben zur Entwässerung gezogen und Straßen befestigt hatte. Die einstigen Meier bewirtschaften fortan ihre eigenen Grundflächen, immer unterstützt von ledigen Männern und Frauen. Die Stadt Osterode jedoch bildete einen großen Pachthof, der vielen Familien Arbeit bot, womit sich die Anzahl der Schulkinder deutlich erhöhte. Nach Ende der 18-jährigen Pachtperiode übernahm 1904 der Oekonom Louis Sindram aus Förste den großen Hof und verpachtete ihn. Nachdem ein Großbrand Wohn- und Stallgebäuden vernichtet hatte, verkaufte die Stadt ihren Besitz an den letzten Pächter. Seine Nachkommen bewirtschaften den Hof heute nach ökologischen Richtlinien.
  • Die der Stadt verbliebenen Flächen fasste man zu einem großen Gut zusammen, das zunächst wieder verpachtet, dann jedoch 1913 verkauft wurde. Nach dem 2. Weltkrieg mussten auch in Uehrde zahlreiche Flüchtlinge untergebracht werden. Die Einwohnerzahl erreichte 1949 mit 229 einen Höchststand. Für die Zuwanderer standen im Dorf nur wenige Arbeitsplätze zur Verfügung. Gleichzeitig verringerte sich der Arbeitskräftebedarf durch den Wandel in der Landwirtschaft. Während es 1960 noch 12 Haupterwerbshöfe im Dorf gab, existierten 1997 nur noch vier landwirtschaftlich Betriebe, wovon einer nur noch im Nebenerwerb betrieben wurde. Seit 1952 wird Gips im Bereich der Ührder Feldmark abgebaut. 1956 schloss man die seit 1644 bestehende Schule des Dorfes.

Vereine:

Bürgerverein Uehrde, FFW: seit 1. Januar 2016: nur noch Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr des direkten Nachbardorfes Schwiegershausen. Fahrzeuge, Feuerwehrhaus und Mannschaft bleiben dem Stadtdorf jedoch erhalten. Grund der Auflösung ist die Unterschreitung der Mindeststärke.; Stiftung „Kapelle Uehrde“; TSV Uehrde von 1913 e.V.; Schweinekasse Uehrde

Besondere Aktionen:

Kunstausstellung jedes Jahr im Sommer

Feste:

Stoppelfest, Wandertag, Winterwanderung, Weihnachtsfeier, Weinfest

(weitere) Traditionen:

Kunstausstellung einmal jährlich im Sommer von lokalen Malern

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Kofinanziert durch Bund und Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes":

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Förderung und fachliche Begleitung:

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Praxispartner:

Wissenschaftliche Begleitung:

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